Bündnis Gesund Älter werden im Land Brandenburg

Transfertag „Bewegt und mobil älter werden“ in Britz (Landkreis Barnim)

Susann Larraß, Fachstelle Gesundheitziele im Land Brandenburg, begrüßt die Teilnehmenden Foto: Gesundheit Berlin-Brandenburg

Wie gelingene Bewegungs- und Sportangebote für Seniorinnen und Senioren im ländlichen Raum und welche guten Beispiele gibt es? 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 13. November 2014 in den Rathaussaal des Amtes Britz-Chorin-Oderberg und tauschten sich über Praxisangebote aus. Die Fachstelle Gesundheitsziele im Land Brandenburg hatte zur Veranstaltung eingeladen, um einen landkreisübergreifenden Erfahrungsaustausch zwischen Akteurinnen und Akteuren zu initiieren.

Nach dem Einführungsvortrag „Wie gelingt gute Praxis“ von
Holger Kilian (Fachstelle Gesundheitsziele) stellte Reinhard Förster, KSB MOL e.V. die Seniorensportprojekte der Abteilung Breitensport im Landkreis Märkisch-Oderland vor.

Reinhard Förster, KSB MOL e.V. Foto: Gesundheit Berlin-Brandenburg

Das Praxisbeispiel „Seniorensport mit Tradition“, KSB MOL e.V.

„Sport im Alter hält gesund, führt Menschen zueinander und bringt Freude!“ Der Seniorensport wird in mehr als 30 Orten im Landkreis Märkisch-Oderland angeboten. Neben 65 Sportgruppen mit insgesamt 815 aktiven Seniorinnen und Senioren gibt es u.a. 11 Rehabilitationssportgruppen und 5 Sportgruppen für Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung. Die teilnehmenden Seniorinnen und Senioren selbst sind die Multiplikatoren für die Sportgruppen. Weitere Kooperationspartner wie z.B. Seniorenheime, Seniorentreffpunkte und Seniorenbeiräte machen auf die Angebote aufmerksam. Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Angebot sind:

  • Wege zu den Sportstätten so kurz wie möglich halten.
  • die Zusammenarbeit mit Gemeinden suchen.
  • zusätzliche Angebote wie Sportreisen, Gruppentreffen, Ausflüge.
  • ein persönliches Verhältnis zwischen Sportler/innen und Übungsleiter/innen.

Es ist ein Generationenwechsel innerhalb der Strukturen zu verzeichnen. In alt bewährten Sport- und Bewegungsgruppen gibt es Auflösungserscheinungen.  Übungsleiterinnen und -leiter waren über viele Jahre vertraute Partner der Sportlerinnen und Sportler. Die jungen Übungsleiterinnen und -leiter sind gut ausgebildet. Teilweise müssen sie noch die Fähigkeit weiterentwickeln, auf die Bedürfnisse der älteren Sportlerinnen und Sportler gezielt einzugehen. Die Qualität der Übungsleiterinnen und -leiter ist eine weitere wichtige Rahmenbedingung für ein nachhaltiges Angebot. Derzeit sind 14 haupt- und ehrenamtliche Übungsleiter für den KSB MOL e.V. tätig.

Torsten Finger, Verein würdevoll leben e.V. Foto: Gesundheit Berlin-Brandenburg

Das Praxisbeispiel „Gemeinschaftsgarten Templin“, Verein würdevoll leben e.V.

„Jede Art von Bewegung ist gut.“ Der Gemeinschaftsgarten Templin macht kein Bewegungsangebot im klassischen Sinne. Doch er bringt Menschen zusammen und lässt sie gemeinsam aktiv werden. „Der Garten ist der Raum, der unter einem Sonnenschirm entsteht und den Außenstehenden einlädt unter den Schirm zu kommen.“ Die Gärtnerinnen und Gärtner können selbst entscheiden, wann und wie oft sie kommen oder ob sie dabei sein wollen ohne mitzumachen, ganz ihren Bedüfnissen entsprechend. Sie sind willkommen, verspüren aber keine Verpflichtung. Der Garten bietet einen Raum, wo ich mich bewegen kann oder bewegt werde, selbst wenn ich nur sitze und die Füße hoch lege.

Würdevoll leben heißt, eine Balance zwischen den Bedingungen, Möglichkeiten und Potenzialen zu finden, die es bei mir in meinem Leben und in meiner Umwelt gibt. Der Verein würdevoll leben e.V. gibt Raum für:

Foto: Gesundheit Berlin-Brandenburg
  • Partizipation und Teilhabe.
  • Würde, verstanden als Kultur in der ich mich und wir uns wohl fühlen. In der die Balance zwischen Anforderung und Entsprechung, Bedürfnis und Erfüllung, Anspruch und Wirklichkeit, Autonomie und Verbundenheit gewahrt bleibt.
  • die ganzheitliche Betrachtung von Gesundheit. Die Gärtnerinnen und Gärtner werden im Gemeinschaftsgarten körperlich, geistig und sozial aktiviert.
  • transkulturelles Begegnen und Lernen. Der Garten als Interessenraum schafft die Möglichkeit mit anderen Menschen in den Austausch zu kommen.
  • das Erzählen von Geschichten am Lehmbackofen.

Der Garten lädt mit Hochbeeten und barrierefreien Wegen insbesondere auch ältere Menschen mit körperlichen Einschränkungen zum Gestalten, Pflegen und Verweilen ein. Am 17.03.2015 findet eine Veranstaltung im Gemeinschaftsgarten Templin statt, zu der Sie herzlich eingeladen sind.

Teilnehmernde des Transfertages ©Gesundheit Berlin-Brandenburg
Foto: Gesundheit Berlin-Brandenburg

Im Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern
Nach der Vorstellung der vielfältigen Sport- und Bewegungsangebote für ältere Menschen im Landkreis Barnim durch Jan Toron (Reike e.V. Rehabilitations- und Kindertagesstätten- Sport e.V.) kamen die Seniorinnen und Senioren aus Britz zu Wort. Die Vereinsvorsitzende des Britzer Seniorenclubs e.V. Marianne Otto berichtete über die zahlreichen Freizeitbeschäftigungen für die Bürgerinnen und Bürger im höheren Lebensalter vor Ort. Neben einer Wandergruppe, einer Radfahrgruppe, einem Chor und der Romeegruppe gibt es den Frauen-Gymnastikverein Britz e.V.

Cornelia Schneider (Seniorenbeauftragte, Amt Britz-Chroin-Oderberg) stellte die Aktivitäten des Sozialbeirates (ehem. Seniorenbeirat), welcher seit fast 20 Jahren besteht, vor. Die Vorsitzende des Seniorenbeirates, Christel Pigorsch, führt die Aktivitäten der Orte, die im Amt Britz-Chorin-Oderberg organisiert sind, zusammen. „Wir haben in allen Orten und wenn sie noch so klein sind wie Neuhütte Seniorengruppen, die sehr aktiv arbeiten. Bei uns passiert eine ganze Menge. Auch die kleinen Orte sind sehr aktiv.“

2014 stellte das Amt Britz-Chorin-Oderberg 7.000 Euro für die Seniorenarbeit zur Verfügung. Mit dem Geld konnten verschiedene Veranstaltungen durchgeführt werden. Ein Highlight ist stets das jährliche Sommerfest mit fast 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Orten. Derzeit wird eine Fragebogenaktion des Amtes Britz-Chorin-Oderberg zu den Befindlichkeiten der Senorinnen und Senioren im Gemeindeverbund ausgewertet. Von 150 Fragebögen wurden 75 zurückgeschickt. Die Auswertung wird nach Fertigstellung veröffentlicht.