Bündnis Gesund Älter werden im Land Brandenburg

Transfertag „Bewegt und mobil älter werden“ in Brandenburg an der Havel

Bewegungseinheit nach "Horton" angeleitet von Karin Heidemann Foto: Stadt Brandenburg

Was man tun kann, um Bewegungsangebote für Seniorinnen und Senioren wohnortnah zu gestalten, welche Herausforderungen es zu überwinden gilt und welche Lösungsansätze es gibt, stellten zwei Praxisbeispiele auf dem 3. Transfertag in Brandenburg an der Havel vor. Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier. Über 30 Akteure aus den Arbeitsfeldern Gesundheitsförderung und Prävention, Seniorenarbeit, Soziales, Bewegung und bürgerschaftliches Engagement nahmen am 17. März 2015 am Transfertag im Bürgerhaus Hohenstücken teil. Nach dem Grußwort von Herrn Dr. Erlebach (Beigeordneter, Stadt Brandenburg) ging Holger Kilian (Fachstelle Gesundheitsziele) in seinem Vortrag Bewegt und mobil älter werden. Warum ist das wichtig? auf den Schwerpunkt der Veranstaltung ein. Karin Heidemann, Trainerin aus der Stadt Brandenburg, führte anschließend mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mehrere Bewegungseinheiten nach "Horton" durch.

Ines Kämmerer, Pflegedienstleiterin Foto: Stadt Brandenburg

Das Praxisbeispiel „Aktivierung von alten Menschen und Menschen mit Demenz“, Volkssolidarität Regionalverband Mittelmark, Sozialstation Brandenburg an der Havel

Ines Kämmerer, Pflegedienstleiterin des Ambulanten Pflegedienstes der Volkssolidarität in Brandenburg an der Havel gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in die Praxis und berichtete über das seit 2009 initiierte Projekt „Aktivierung von alten Menschen und Menschen mit Demenz“. Basierend auf den Wünschen und Anregungen der Besucherinnen und Besucher entstanden vielseitige Angebote wie z.B. der stationäre Mittagstisch, drei Sportgruppen, Angebote der Hockergymnastik und Nordic Walking sowie Spiel- und Kaffeenachmittage. Wechselnde Informationsveranstaltungen und Diavorträge bereichern das Angebot der Begegnungsstätte. Ziele des Pflegedienstes sind neben der Vermeidung der Isolation Älterer, Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger auch die Förderung von sozialen Kontakten und die Bestärkung der Menschen, ihre Freude am Leben beizubehalten. Alle Angebote werden mit großer Begeisterung angenommen, das zeigt auch der Anstieg der Besucherzahlen. 2014 nahmen insgesamt 10.006 Menschen an 986 Veranstaltungen teil.

Dr. Marion Grigoleit, Erste Beigeordnete der Stadt Nauen Foto: Stadt Brandenburg

Das Praxisbeispiel "Ambulante Sturzprävention in Sportvereinen und Seniorengruppen", Stadt Nauen

Dr. Marion Grigoleit, Erste Beigeordnete der Stadtverwaltung Nauen, berichtete über das Demografieprojekt des Landkreises Havelland und stellte das Projekt "Ambulante Sturzprävention der Stadt Nauen" vor. Sturzfolgen wirken sich auf den Einzelnen, die Familie, das Umfeld und die Gesellschaft aus. 20 Prozent der über 65jährigen, die sich bei einem Sturz einen Bruch zugezogen haben sterben oder müssen in eine Pflegeeinrichtung. Die Stadt Nauen gibt den Menschen vor Ort die Möglichkeit, Präventionsangebote gegen Stürze zu besuchen. Hier finden Sie den Vortrag "Ambulante Sturzprävention in der Stadt Nauen". Anschließend berichtete die Trainerin Ute Krüger von ihren Erfahrungen aus zwei Sportgruppen des Ortsteils Klein Behnitz (Stadt Nauen), stellte die Entwicklung der Teilnehmerzahlen und den Ablauf des Angebotes der Sturzprävention vor.

Foto: Stadt Brandenburg
Foto: Stadt Brandenburg

Ute Krüger, Trainerin der Ambulanten Sturzprävention der Stadt Nauen, führte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzelne Bewegungs-
einheiten zum Einstieg in den Nachmittag durch. Anschließend tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Themenrunden ihre Ideen, ihr Wissen und Fragen aus. 

Themenrunde 1: Ehrenamtliches Engagement - Wie geht das?

Anett Höfer vom Fachbereich Jugend, Soziales und Gesundheit (Stadt Brandenburg) und Anita Eschner vom Freiwilligenzentrum der Cartias stellten zu Beginn der Themenrunde ihre Aktivitäten und Erfahrungen im Hinblick auf die Akquise, Begleitung und Qualifizierungsmöglichkeiten von Ehrenamtlichen in der Themenrunde vor. Die Teilnehmenden setzten sich mit dem Begriff "Ehrenamt" auseinander und diskutierten Rahmen-
bedingungen für ehrenamtliches Engagement, Möglichkeiten der Anerkennung und berichteten über die vielfältigen zivilgesellschaftlichen Handlungsfelder für das Engagement von Älteren. Im Mittelpunkt der Themenrunde standen die Fragen, wie die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements der Ältern gelingen kann und welche Möglichkeiten es gibt, Ehrenamtler langfristig für entsprechende Handlungsfelder zu gewinnen.

Themenrunde 2: Beteiligung von älteren Menschen

Holger Kilian von der Fachstelle Gesundheitsziele und Sebastian Bradke vom Stadtsportbund begleiteten die Themenrunde fachlich, in der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ihre Erfahrungen bei der Beteiligung von älteren Menschen an der Angebotsgestaltung und über vielseitige Ansprachemöglichkeiten der Zielgruppe austauschten. Häufig sind ältere Menschen nicht mehr in soziale Prozesse eingebunden. Aufgrund mangelnder sozialer Kontakte bis hin zur Isolation sind vielen älteren Menschen in der Stadt oder im Stadtteil Angebote und Akteure unbekannt. Oft fehlen Älteren Möglichkeiten und das Interesse moderne Kommunikationsmittel und Medien zu nutzen, was den Zugang zu Informationen und die Beteiligung an bestehenden Angeboten erschwert. Die Teilnehmenden diskutierten die Frage, welche Zugangswege zur Zielgruppe realistisch und effektiv sind.

Den Transfertag moderierte Susann Larraß von Gesundheit Berlin-Brandenburg.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Bürgeraustellung "Bewegt und mobil älter werden" gezeigt.

Arbeitsergebnisse der Themenrunden

Ergebnisse aus der Themenrunde "Ehrenamtliches Engagement - Wie geht das?" Foto: Stadt Brandenburg
Ergebnisse aus der Themenrunde "Beteiligung von älteren Menschen" Foto: Stadt Brandenburg